Die Zusammensetzung der Strompreise an der Strombörse ist komplex und meist für Endverbraucher:innen nicht leicht überschaubar. Wie entsteht der Strompreis? Und woraus setzt er sich zusammen? WechselJetzt.de erklärt Ihnen, aus welchen Bestandteilen der Strompreis besteht und was das für Ihre Stromkosten bedeutet.
Zusammensetzung des Strompreises
Wenn Sie auf Ihre Stromabrechnung schauen, werden Sie sehen, dass sich die Kosten für Sie aus dem Arbeitspreis und der Grundgebühr zusammensetzen. Der Arbeitspreis ist das, was Sie für Ihren Stromverbrauch als Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Die Grundgebühr wird als monatliche oder jährliche Gebühr abgerechnet. Während sie die Kosten für die Netzinfrastruktur deckt, also die Netzentgelder, spiegelt der Arbeitspreis den variablen Teil der Stromkosten wieder, also die Kosten der Energie selbst sowie Steuern und Umlagen je nach Verbrauch. Wenn man die Kosten prozentual auf den durchschnittlichen Strompreis verrechnet, bekommt man diese Zusammensetzung der Bestandteile:

Der durchschnittliche Strompreis in 2025 betrug 39,69 Ct/kWh. Das beschreibt die Kosten für den Endverbraucher. Der Strommarkt in Deutschland ist liberalisiert, das bedeutet, dass die Erzeugungskosten von Strom wie ein Produkt an der Börse gehandelt werden. Der Strom, der in Deutschland erzeugt wird, fällt unter die Zuständigkeit der European Energy Exchange (EEX). Dies ist die führende Strombörse in Europa. Das macht aber nur einen Teil der Stromkosten für den Verbraucher aus. Der Strompreis insgesamt setzt sich hauptsächlich aus drei Kostenquellen zusammen: Energielieferung (Erzeugung, Service und Vertrieb), Beiträge für Netznutzung und Beiträge zu staatlichen Abgaben (Netzentgelte) und Steuern, Abgaben und Umlagen. Während die Beiträge zu Netzentgelten und staatlichen Abgaben nicht vom Stromversorger beeinflussbar und somit fix sind, sind die Kosten von Stromerzeugung, Transport und Vertrieb vom Stromversorger selbst festgelegt. Der Strompreis setzt sich zu 42,4% aus der Energielieferung, 24% aus den Beiträgen zur Netznutzung und zu 33,6% aus Beiträgen zu Steuern, Abgaben und Umlagen zusammen.
Was sind die einzelnen Bestandteile der Strompreiszusammensetzung?
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Abgaben, Steuern und Umlagen (33,6%)
In den folgenden Paragraphen finden Sie eine kurze Übersicht über Abgaben, Steuern und Umlagen, die den Strompreis beeinflussen.
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Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer wird auf alle Preisbestandteile aufgeschlagen, also auch auf alle Umlagen und Abgaben.
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KWKG-Umlage (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz)
Die KWK-Umlage ist ein Gesetz, das zur Modernisierung, der Erhaltung und dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) dient. KWK-Anlagen sind Anlagen, die Strom und Wärme zur gleichen Zeit produzieren.
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Stromsteuer
Dies ist eine Regelung zur Besteuerung des Strompreises. Die Stromsteuer wurde 1999 zum Einstieg in die ökologische Steuerreform eingeführt. Der höhere Strompreis soll die Energiewende fördern. Dabei wird die komplette Menge Strom versteuert, die in Deutschland verbraucht wird, auch wenn der Strom im Ausland produziert wird.
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Konzessionsabgabe
Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt, dass Energieversorger an Städte und an Gemeinden bezahlen müssen, um die örtlichen Strom- und Gasleitungen nutzen zu dürfen. Die Höhe richtet sich nach der Gemeinde und dem Stromtarif.
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Offshore Umlage
Ein Teil der Umlagen macht die Offshore-Netzumlage aus. Sie dient dem Ausbau der Windenergie in Deutschland und trägt somit auch zu mehr Strom aus erneuerbaren Energien bei.
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Aufschlag für besondere Netznutzung (AbN)
Dieser Aufschlag war früher unter “§ 19 StromNEV-Umlage” bekannt. Diese soll die Belastung der stromintensiven Industrie kompensieren und wird in den Netzausbau investiert.
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Netzentgelte (24%)
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Als regulierte Netzentgelte wird der Teil des Strompreises bezeichnet, den die Netzbetreiber für ihre Nutzung der Stromnetze und Messeinrichtung bezahlen müssen. Die Bundesnetzagentur regelt den Netzzugang und die Netzentgelte. Die Bundesnetzagentur ist die offizielle Behörde für Energie (Gas und Strom) und Telekommunikation in Deutschland. Ihre Netzkosten werden generell in der Winterzeit ermittelt, da in dieser Zeit die Jahreshöchstlast gemessen wird. Die Agentur überprüft und genehmigt die Netzentgelte und reguliert damit die Strompreise. Netzentgelte sind also die "Gebühren", welche die Netzbetreiber den Stromanbietern für die Durchleitung von Strom in Rechnung stellen. Je nach Wohnort schwanken die vom Staat regulierten Netzentgelte, weil Leitungen und Kabel schwerer oder leichter in verschiedene Gebiete verlegt und in Stand gehalten werden können.
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Stromerzeugung, Transport und Vertrieb (42,4%)
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Einer der Preisbestandteile sind die Kosten für Einkauf, Vertrieb und Service. Dieser Preisbestandteil ist mit 42,4% der größte Teil des Strompreis pro Kilowattstunde. Der Einkaufspreis ist stark abhängig vom Markt und der aktuellen Wettbewerbssituation. Auch die Fülle der Gasspeicher hat einen großen Einfluss auf den Strompreis. Strom wird von Anbietern an der Börse eingekauft und durch Stromanbieter dann an Haushalte vermarktet.
Der Anteil für Erzeugung, Transport und Vertrieb ist vom Markt abhängig, also zum Beispiel von der Rohstoffbeschaffung und von den Produktionskosten. Der Strompreis kann deshalb von Netzbetreibern selbst festgelegt werden. Daher kann dieser je nach Stromanbieter geringer oder höher ausfallen.
Des Weiteren bestimmen natürlich auch Verbraucher:innen den Preis, da der Strompreis sich auch nach Angebot und Nachfrage richtet. Ist demnach ein großer Bedarf an Strom, so wird der Strompreis steigen. Sollte allerdings kein großer Bedarf da sein, und daher mehr Strom zur Verfügung stehen als erwartet, senkt sich der Strompreis.
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Strompreis an der Börse
Der Strompreis an der Börse ist nicht direkt mit dem Strompreis vergleichbar, den Endverbraucher:innen zahlen. Das liegt daran, dass Strom nicht ausschließlich über die Börse gehandelt wird. Viel Strom wird auch über direkte Lieferverträge zwischen Erzeugern und Versorgern verkauft.
Zudem sichern sich viele Anbieter einen Teil ihrer Strommengen langfristig ab: An der Börse können sie Lieferungen Monate oder Jahre im Voraus fest vereinbaren. Solche Termingeschäfte werden häufig als „Futures“ bezeichnet. Deshalb wirken sich kurzfristige Preissprünge an der Strombörse in der Regel nicht sofort und nicht in gleicher Höhe auf die Preise für Verbraucher:innen aus, sondern (je nach Vertrag und Tarif) eher zeitversetzt.
Außerdem setzt sich der Strompreis für Endkund:innen nicht nur aus den Kosten für die Beschaffung zusammen, sondern zu einem großen Teil auch aus Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben/Umlagen.
Fazit
Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Preisbestandteilen zusammen. Diese sind der Einkaufspreis des Stroms, dann die Steuern und Umlagen und schließlich die Netzentgelte. Wie hoch sind Ihre Strompreise? Führen Sie doch auch einmal einen Stromvergleich mit unserem Stromrechner durch.
Übrigens: Wenn Sie einen neuen Stromanschluss möchten, fallen dafür auch Netzkosten an. Diese liegen bei 1500€ bis zu 2600€.
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