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Windkraft Mythen im Faktencheck

Nach Trumps Rede in Davos und der harschen Kritik an Windrädern wird es einmal Zeit, die Faktenlage zu überprüfen und die Windkraft-Mythen einmal genauer zu untersuchen. Im Folgenden erklärt Ihnen Wechseljetzt.de, was es mit dem Ruf der Windräder auf sich hat und was an Ihm dran ist.

Mythos 1: Windkraft

Trump behauptete, dass eine Umdrehung von einem Windrad circa 1000 Dollar koste. 

An sich ist die Aussage falsch, denn eine Umdrehung erwirtschaftet Energie und verursacht keine zusätzlichen Kosten zu den bereits bestehenden. Jedoch ist es sinnvoll, einmal zu checken, ob sich die Instandhaltungskosten im Gegensatz zum Umsatz lohnen. 

Um diese Aussage einmal zu überprüfen, ist es notwendig, sich die Kostenzusammensetzung einer Windkraftanlage anzuschauen. Diese besteht aus den folgenden Komponenten: 

  • Planung und Genehmigung 

  • Material und Herstellungskosten 

  • Transport und Aufbau 

  • Betrieb und Wartung 

  • Netzanbindung 

Bei einer 7 MW Windkraftanlage beläuft sich das auf ein Investment von circa 10 Millionen Euro. Im Folgenden kann die Windanlage dann für rund 30 Jahre betrieben werden. 

Pro Jahr erwirtschaftet ein Windrad zwischen 600.000 und 900.000 Euro. Verteilt man nun die 10 Millionen, inklusive Betriebskosten, auf 30 Jahre, so bleibt man bei einem Gewinn von 300.000 bis 500.000 Euro pro Windrad, abhängig vom Standort. 

Der größte Windpark in Deutschland umfasst 154 Windkraftanlagen und steht in Niedersachsen. Der genaue Gewinn ist nicht bekannt. Jedoch kann man eine Beispielrechnung durchführen. Der reale Gewinn kann von dieser abweichen, da die Größen der einzelnen Windräder variieren. Geht man jedoch von gleich großen Windrädern aus, so bringt der Windpark Holtriem jährlich zwischen 46,2 Millionen und 77 Millionen Euro ein.

Wichtig: Die 10 Millionen sind hier auf 10 Jahre verteilt, was eine starke Vereinfachung ist. Das Anfangsinvestment ist hoch, während die Kosten sich danach drastisch verringern. 

Windkraftanlagen rechnen sich langfristig – sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch.

Mythos 2: Windenergie in China

Ein zweiter Mythos, den Trump in Davos verbreitete, ist, dass China nur Windkraftanlagen verkaufe und selbst keine benutze, weil sie wissen wie “dumm” und “verschwenderisch” Windkraftanlagen seien. 

China ist der globale Marktführer, wenn es um Windkraft geht. Dort steht auch der größte Onshore-Windpark der Welt. Die Jiuquan Wind Power Base, die größte Onshore Windfarm der Welt, hat eine Kapazität von 20 GW, was genug ist, um 17,5 Millionen Haushalte im Jahr mit Strom versorgen zu können. Die Windfarm besteht aus über 7000 Windkraftanlagen, über eine Fläche von 39 Tausend Quadratkilometern. Zum Vergleich, Belgien ist 30,7 Tausend Quadratkilometer groß.

China produziert 48 % der weltweiten Windenergie und führt damit die Liste mit weitem Abstand an. 

Mythos 3: Vögel und Windenergieanlagen

Eine weitere oft geäußerte Kritik, auch geäußert von Trump, ist, dass Windräder Vögel töten.

Es kann zwar vorkommen, dass Vögel mit Windrädern kollidieren, jedoch wird bei der Planung darauf acht gegeben, dass die Windräder möglichst weit weg von Vogelschutzgebieten stehen. Hierzu gibt es strenge Auflagen im Bundesnaturschutzgesetz.

Um das ganze einmal in Zahlen zu packen: Die Zahl der toten Vögel durch Windkraft ist schwer zu bestimmen, wird jedoch von der NABU auf jährlich 100 Tausend Vögel geschätzt. Diese Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die Bewertung der Umweltfolgen von Windkraftanlagen. Was zuerst nach einer hohen Zahl klingt, muss einmal im Kontext mit anderen alltäglichen Gefahren gepackt werden. Glasscheiben und verspiegelte Glasfassaden sorgen für jährlich 115 Millionen tote Vögel. Weitere 70 Millionen sterben durch Kollisionen mit dem Straßen- und Bahnverkehr. Ein weiteres großes Problem stellen Hauskatzen dar, die circa 60 Millionen Vögel pro Jahr töten.

Bei der Genehmigung von Windkraftprojekten werden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen auf Lebensräume und wild lebende Tiere zu minimieren. Es stimmt also, Windkraftanlagen können für Vögel gefährlich sein, jedoch stellen sie nur einen verschwindend geringen Anteil der Vogeltode dar. Zudem verursachen Windkraftanlagen im Vergleich zu anderen Energieerzeugungsformen deutlich geringere Umweltfolgen.

 

Mythos 4: Landschaftsbild und Windräder

Windräder sind hässlich und zerstören die Landschaft, auch ein Argument des amerikanischen Präsidenten.

Das ist natürlich eine Bewertung, die von jedem selbst getroffen werden muss, jedoch spricht nichts dagegen, dass wir uns an den Anblick von Windrädern gewöhnen. Es gab viele Dinge, die einst als etwas neues, ungewohntes begannen und nun ein Teil unseres Lebens sind.

Zudem ist es so, dass auch fossile Energiequellen ihre Spuren in der Natur hinterlassen. Im folgenden finden Sie drei Bilder, um einen Eindruck zu bekommen, wie sich verschiedene Energiequellen in das Landschaftsbild einfügen. Wichtig: Diese Bilder sind nicht repräsentativ für alle Windkraftanlagen, Gaskraftwerke und Kohleminen. Zudem ist der Platz, den sie einnehmen, unterschiedlich. Es braucht z.B. mehr Platz, um die gleiche Menge an Energie aus Windkraft zu bekommen, als von Gas. Die Energiedichte ist also höher bei Gas. Jedoch ist die Fläche, genutzt für Windenergie, im Gegensatz zu Gas, nicht verloren, sondern kann weiterhin für andere Zwecke genutzt werden, z.B. für Landwirtschaft. Windkraftanlagen beanspruchen nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Landesfläche, sodass die Flächen auf dem Land weiterhin vielfältig genutzt werden können. Den meisten Raum beanspruchen sie in der Luft. Zudem sind Offshore Windparks gänzlich von der beanspruchten Nutzfläche der Menschen ausgenommen.

Windkraft:

 

Gaskraftwerk: 

 

Kohle: 

Fazit:

Während manche Mythen einen wahren Kern haben, liegen sie doch grundlegend falsch in Ihrer Kritik an den Windrädern. Es ist wichtig, dass Zahlen immer in einen Kontext gesetzt werden und man Aussagen überprüft. Windräder sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewende und essentiell für den Klimaschutz. Ob man sie nun schön findet oder nicht, sei jedem selbst überlassen.

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