Sie haben einen negativen Schufaeintrag und werden als Kunde von Ihrem gewünschten Stromanbieter abgelehnt? Mehrere Stromversorger haben die Lösung: Ein Prepaid-Stromtarif. Was dieser genau beinhaltet, wie er funktioniert und welche Vor- und Nachteile sich durch Prepaid-Strom ergeben, erfahren Sie hier.

Was ist Prepaid-Strom?
Bei Prepaid-Strom handelt es sich um Strom zum Aufladen. Ganz ähnlich wie bei einer Prepaidkarte für das Handy, laden Sie Ihren Stromzähler mit einer Karte oder digitalen App auf. Aufgrund von negativen Schufa Einträgen und damit verbundenen Stromsperrungen ist die Nachfrage nach Prepaid-Strom in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Daher bieten Energieversorger wie EnergieRevolte oder die Stadtwerke Duisburg diese Alternative zur Stromsperre an.
Wie funktioniert Prepaid-Strom?
Das Aufladen des Guthabens funktioniert über eine Prepaid-Karte, bzw. eine App, welche die Informationen an den digitalen Stromzähler weiterleitet. Prepaid-Stromtarife sind besonders für Haushalte mit variablem Einkommen attraktiv, da sie Nachzahlungen, Stromschulden und Mahnungen vermeiden und so eine bessere Kostenkontrolle ermöglichen. Manche Anbieter haben alternative Auflade-Methoden, z.B. die Stadtwerke Duisburg, wo man neuen Strom an einem Fahrkartenautomaten, sowie an Service Punkten erwerben kann.
Durch die Visualisierung und den sofortigen Überblick über den Energieverbrauch und Stromverbrauch in der App werden Verbraucher motiviert, ihren Energieverbrauch zu senken und aktiv Geld zu sparen. Dieses Modell bietet auch einen Vorteil für Vielreisende, da sie flexibel auf ihren Verbrauch reagieren können. Der Kunde erhält demnach so lange Strom, wie Guthaben auf dem digitalen Zähler vorhanden ist. Ist das Stromguthaben aufgebraucht, erfolgt eine Sperrung des Anschlusses, wobei in der Regel eine Notversorgung bereitgestellt wird. Die Entsperrung ist jederzeit durch erneutes Aufladen des Guthabens jederzeit möglich.
Welche Vor- und Nachteile gibt es?
Jährlich werden 100.000 Haushalten, aufgrund von Schulden beim Energieversorger, der Strom abgestellt.
Ein Vorteil von Prepaid-Strom ist, dass auch hoch verschuldete Personen weiterhin Strom beziehen können und somit eine Stromsperre, welche häufig mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, umgangen werden kann. Darüber hinaus haben Kunden mit einem Prepaid-Stromzähler eine hundertprozentige Kostenkontrolle ohne böse Überraschungen. Kunden verbrauchen somit nur so viel Strom, wie sie im Voraus bezahlt haben. Und auch technisch gesehen gibt es einen Vorteil: Bei einem Wohnungswechsel kann eine genaue Abrechnung ohne Schwierigkeiten mit dem Anbieter durchgeführt werden, indem man lediglich sein Guthaben verbraucht.
Jedoch bringt Prepaid-Strom auch einige Nachteile mit sich. Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, sitzt man schlagartig im Dunkeln. Darüber hinaus müssen Prepaidkunden regelmäßig den Stand des Guthaben im Auge behalten und dafür sorgen, dass es zu jeder Zeit ausreichend gedeckt ist - egal, ob man beruflich derzeit sehr eingespannt oder vielleicht im Urlaub ist. Das Aufladen über eine App benötigt zuverlässigen Internetzugang, welches zum einen ironischerweise Strom benötigt, zum anderen nicht für jeden immer frei zugänglich ist.
Des Weiteren ist das Image des Prepaid-Stroms relativ negativ behaftet. Finanziell schwache Menschen werden häufig voreilig ins schlechte Licht gerückt, da oft davon ausgegangen wird, dass diese unnötig viel Strom verbrauchten und somit eine Stromsperre zustande kam. Auch wenn Prepaid-Strom darauf abzielt, dem Kunden beim Sparen zu unterstützen und eine Kostenkontrolle zu gewährleisten, herrschen jedoch insbesondere in Sozialbauten oft veraltete, ineffiziente Isolierungszustände, welche zwangsläufig zu höheren Stromkosten führen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass sich Prepaid-Strom deutschlandweit bisher kaum durchgesetzt hat, weswegen es nur wenige Verkaufsstellen der Prepaid-Karten gibt und wobei EnergieRevolte zu den wenigen seriösen Anbietern gehört, welche Strom zum Aufladen anbieten. Dieser Service ist jedoch noch nicht für jeden Bürger zugänglich. Bisher können nur Kunden Prepaid-Strom von EnergieRevolte beziehen, welche in der Region um Düren, Aachen, Mönchengladbach und Bonn wohnen. Weitere Anbieter findet man im Raum Duisburg, Jena und Ratingen. Im Moment ist keine einheitliche bundesweite Ausdehnung geplant.
Kostenvergleich
Im Kostenvergleich schneiden Prepaid-Stromtarife deutlich schlechter ab. Zum Vergleich, in Duisburg zahlen Sie bei einem Prepaid-Stromtarif 45,90 t/kWh netto. Bei dem günstigsten Stromanbieter für reguläre Verträge sind es lediglich 30,41 Ct/kWh. Ein klarer kostenvorteil für die regulären Stromanbieter.
Fazit
Auf der einen Seite stellt Prepaid-Strom eine mögliche Lösung für Kunden dar, welche ansonsten aufgrund einer Stromsperrung ohne Strom dastehen würden. Auf der anderen Seite verbergen sich hinter dieser Alternative einige Gegebenheiten, die fragwürdig sind. So zum Beispiel, dass Kunden, welche ihre Prepaidkarte aufgrund eines fehlenden Internetzugangs nicht aufladen können, ohne Strom dastehen könnten, die negativen Stigmatas, die mit Prepaid Strom einhergehen, oder der höhere Preis. Somit wird ein alltägliches Gut wie Strom plötzlich sehr umständlich und kompliziert.
Hinweis: Wechseljetzt.de bietet keine Prepaid-Stromtarife an.